Wilfried Mein­harth -"Zwischen­­bi­lanz" Male­rei und Kera­­mik

Fr, 24. Januar 2003 um 17:00 Uhr
25.Januar - 23.Februar 2003
Dienstag-Sonntag 11-17.00 Uhr

in der Orangerie der Anhaltischen Gemäldegalerie Dessau
Puschkinallee 100, Dessau
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Zwischen­bi­lanz als Stimu­lus Das Gefäß als Ort für ein Bild, das Tafel­bild als Orna­ment, das Orna­ment als zerschla­ge­ner Scher­ben – in erdnahe Tontöpfe steckt der Kera­mi­ker Wilfried Mein­harth besten­falls Pinsel. Mit montier­ten Gefäße und freien Arbei­ten entfernt er sich von der Töpfer­zunft. Aus einer akri­bisch expe­ri­men­tel­len Lust an der Glasur ist längst auch eine zärt­li­che Leiden­schaft für die Male­rei gewor­den. Diese Leiden­schaft blüht nun in der Oran­ge­rie des Geor­gi­ums. In der Auss­tel­lung des Anhal­ti­schen Kunst­ver­eins infi­ziert luftig inten­sive Farbig­keit das Lokal­ko­lo­rit. Weil Mein­harth demnächst 45 wird, heißt die Werk­schau mit male­ri­schen und kera­mi­schen Arbei­ten „Zwi­schen­bi­lanz“. Doch der große Zuspruch bilan­zierte nicht nur, sondern stimu­lierte den Kera­mi­ker: „Die Auss­tel­lung macht mir Mut, mich noch stär­ker mit Bildern zu beschäf­ti­gen“. Dabei domi­niert schon in der Oran­ge­rie der Maler den Kera­mi­ker. Das Bild „Trink­was­ser“ gehört zu einer neue­ren Serie, die von kriti­schen Akzen­ten getönt ist. Bisher hatte Mein­harth vor allem zärt­li­che Berüh­run­gen in flie­ßen­den oder geris­se­nen Formen auf die Lein­wand gezo­gen. Hier widmet er sich einer pastel­le­nen Kritik an der moder­nen Urba­ni­tät. Da flim­mern polierte, schwan­kende Stein­ko­losse. Nur der Mensch ist einsam, oder der beißend hübschen Monu­men­ta­li­tät entschwun­den. In den Vitri­nen der Auss­tel­lung gibt es montierte Kera­mi­ken mit raffi­nier­ten Glasu­ren, die ihre Ursprüng­lich­keit behaup­ten. In Zeich­nun­gen und freien Farb­spie­len begeg­net man immer wieder einer verblüf­fend zärt­li­chen Sinn­lich­keit – von Männer­hand! gekürzt: THOMAS ALTMANN DESSAU/MZ