Walter Prigge – „Unge­bau­tes Dessau“

Archi­tek­tur aus dem Archiv: 100 Jahre Pläne und Projekte, Visio­nen und Illu­sio­nen.

Fr, 24. Oktober 2014 um 17:00 Uhr
25. Oktober bis 23. November 2014
Mi – So, 14 – 17 Uhr

im kunstRaum22
Askanische Straße 22, 06842 Dessau
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Es hätte auch anders kommen können: Ab 1930 plante das Bauhaus eine riesige Junkers-Sied­lung zwischen Ziebigk und Kühnau, mit der Dessau eine Groß­stadt werden sollte. Zehn Jahre später wurden Dessauer Stadt­pla­ner größen­wahn­sin­nig: Mitten im Krieg wurde die Gauhaupt­stadt Dessau als das deut­sche Luft­fahrt­zen­trum für die Nach­kriegs­zeit umge­plant, mit zwei Gaufo­ren an Elbe und Mulde (andere Gauhaupt­städte hatten ein Forum) sowie mit drei Achsen (Berlin hatte nur zwei), die sich in der Mitte der Stadt am Rathaus tref­fen soll­ten.

Dessau hat sich oft (zu) groß imagi­niert – 1945 war das aller­dings vorbei. Seit­dem hat die Stadt auch kein wirk­li­ches Zentrum mehr. Umso mehr, das zeigen viele der im Kuns­traum 22 ausge­stell­ten Objekte, widmen sich Zukunfts­vi­sio­nen Dessauer Planer und Archi­tek­ten nun dem Bauen in der Innen­stadt. Die Auss­tel­lung des Anhal­ti­schen Kunst­ver­ein Dessau präsen­tiert etwa 35 nicht reali­sierte Projekte und Visio­nen aus den letz­ten 100 Jahren Stadt­ent­wick­lung von Dessau. „In den utopi­schen Archi­tek­tu­ren und visio­nären Stadt­kon­zep­ten vom histo­ri­schen Bauhaus bis zur Gegen­wart präsen­tiert sich eine andere Stadt, die auch zur Ideen­ge­schichte von Dessau gehört. Bei allen Objek­ten geht es um die Zukunft, das ist wich­tig für die heutige vergan­gen­heits­ori­en­tierte Gegen­wart“, so der Kura­tor Dr. Walter Prigge.

Diese unsicht­bare, Papier geblie­bene Stadt­ar­chi­tek­tur zeigt sich vor allem in Zeiten des poli­ti­schen Umbruchs und des Struk­tur­wan­dels als Expe­ri­men­tier­feld urba­ner Krea­ti­vi­tät. Der Blick in die visio­nären Archi­tek­tur­werk­stät­ten ist nicht nur inter­essant für Archi­tek­ten, Stadt­pla­ner oder Histo­ri­ker, sondern auch für die Stadt­be­woh­ner, denen krea­tive Alter­na­ti­ven zum tatsäch­lich Gebau­ten aufge­zeigt werden.